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Filmabend in Köpenick

Berlin, 08. Februar 2012

Filmpräsentation "Eine von 8"


Zahlreiche Besucherinnen im Konferenzraum


Chefärztin Dr. Anke Kleine-Tebbe (li.), Regisseurin Sabine Derflinger (mi.) und Psychoonkologin Susan Kaufmann (re.) Fotos: DRK Kliniken Berlin

Zwei Frauen – ein Schicksal. In dem Dokumentarfilm der Regisseurin Sabine Derflinger mit dem Titel „Eine von 8“ sind die beiden Hauptprotagonistinnen – die Schauspielerin Frederike von Stechow und die Straßenbahnfahrerin Marijana Gavric - an Brustkrebs erkrankt. Zur Präsentation der Dokumentation hatte das Onko-Forum des Brustzentrums in Köpenick am 7. Februar eingeladen. Das gesamte Team des Brustzentrums, das unter der Leitung von Chefärztin Dr. Anke Kleine-Tebbe steht, begrüßte in dem Konferenzraum unserer Köpenicker Klinik gestern Nachmittag zahlreiche Besucherinnen, Patientinnen und Angehörige sowie die Regisseurin Sabine Derflinger. Durch den Abend moderierte Susan Kaufmann, unsere Psychologische Psychotherapeutin und Psychoonkologin im Brustzentrum in Köpenick.
Etwa jede achte bis zehnte Frau erkrankt am Brustkrebs im Laufe ihres Lebens. Regisseurin Sabine Derflinger hat sich der Erkrankung auf filmische Art genähert. Dabei war es ihr wichtig, den Frauen selbst die größtmögliche Freiheit zu geben. Auch war ihr daran gelegen, keinen reinen „Krankenhausfilm“ zu machen, wie sie gestern sagte. Die Initiative für den Film ging ursprünglich von der Schauspielerin Frederike von Stechow aus. Mit einer Handkamera ausgestattet filmte von Stechow ihren Krankheitsweg. Dabei nimmt der Zuschauer Teil an langen, sehr persönlichen Telefonaten, Gesprächen mit der Familie, Selbstgesprächen, der Operation in der Klinik, der Chemotherapie. Man erlebt die Schauspielerin aber auch in ihrem Beruf als Schauspielerin, ebenso Marijana Gavric in ihrem Job als Straßenbahnfahrerin. Die erkrankten Frauen sind gleichwertige Gestalterinnen des Films und bestimmen dadurch den Grad der Intensität, der Offenheit und der Diskretion den Films durchweg selbst und erreichen eine besondere Authentizität. Regisseurin Sabine Derflinger sagte, sie habe das Drehmaterial erst im Schnittraum komplett gesehen. Bei den ersten Ausstrahlungen hat der Film für viele Diskussionen auch in den Fachgesellschaften gesorgt, erzählte Derflinger. Denn von Stechow lehnte eine zweite Chemotherapie ab und Gavric wollte keine Bestrahlung. Frederike von Stechow starb an den Folgen des Brustkrebses, nachdem der Film fertig gestellt war.
Im Anschluss an die Filmvorführung diskutierten die Besucherinnen mit der Regisseurin. So ist die Dokumentation aus Sicht von Oberarzt Dr. Olaf Pirsig auch für Mediziner sehr wertvoll, weil sie die vielen Fragen und Zweifel, die Patientinnen nach der Diagnose Brustkrebs erleben, erfahren. Sein Vorschlag: Den Film sollten sich Medizinstudenten zu Ausbildungszwecken anschauen. Eine an Brustkrebs erkrankte Patientin sagte, sie habe sich während des Films an ihr eigenes Schicksal erinnert gefühlt und oftmals ähnliches durchlebt, wie die beiden Frauen in der Dokumentation. Andere Patientinnen meinten, sie hätten keine offenen Fragen gehabt, nachdem sie von ihrer Erkrankung erfahren haben, weil sie in unserem Köpenicker Brustzentrum von den Ärzten und Schwestern sehr gut informiert wurden.


Das nächste Onko-Forum ist am 6. März ab 17 Uhr im Konferenzraum des Brustzentrums. Friseurmeister Salvatore D’Alessandro, Inhaber des Friseursalons „L’italiano - the art of hair in Berlin-Köpenick“, wird Tipps und Hilfe in der haarlosen Zeit geben. Patientinnen, Interessierte und Angehörige sind herzlich eingeladen.

Das Programm des Onko-Forums finden Sie hier.