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Mit Kinderschutzhotline und KinderSchutzAmbulanz gegen Kindesmisshandlung

Berlin, 07. Juni 2018

Kriminalstatistik zu kindlichen Gewaltopfern 2017

Von: Romina Rochow

Am 05. Juni 2018 haben das Bundeskriminalamt (BKA) gemeinsam mit der Deutschen Kinderhilfe e.V. sowie Vertretern aus medizinischen Fachkreisen die neusten Kriminalstatistiken zu kindlichen Gewaltopfern vorgestellt. Die Auswertungen zeigen, dass Fälle von Misshandlungen und sexueller Gewalt an Kindern seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau liegen. Während im vergangenen Jahr 4.208 Kinder Opfer von Misshandlungen wurden, lag die Zahl der sexuellen Übergriffe bei 13.539 Kindern.

Frühzeitige Erkennung von Kindesmissbrauch ist große Herausforderung

„Die Statistiken zeigen, dass es weiterhin Schwachstellen im Kinderschutz in Deutschland gibt“, so Oliver Berthold, Leiter der KinderSchutzAmbulanz der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der DRK Kliniken Berlin | Westend. Um eine langfristige Verbesserung der Situation zu erwirken, müssen Risikofaktoren daher frühzeitig erkannt werden. „Neben der Kinder- und Jugendhilfe, Kitas, Schulen und der Polizei fällt hier auch den Krankenhäusern und Ärzten eine entscheidende Rolle zu. Eine frühzeitige Erkennung von ärztlicher Seite ist wichtig, um wiederholte Misshandlungen mit ansteigendem Schweregrad zu verhindern“, erklärt Berthold.

Die Erkennung von Kindesmissbrauch ist dabei eine der größten Herausforderungen für medizinisches Personal. So fehlt Ärzten laut Berthold oft das Wissen, wie sie Fälle von physischem aber auch psychischem Kindesmissbrauch erkennen können und welche Maßnahmen dann zu ergreifen sind. „Gleichzeitig scheuen einige Ärzte davor zurück, den Eltern, auf deren Unterstützung sie bei der Behandlung der Kinder angewiesen sind, böse Absichten zu unterstellen“, ergänzt Berthold.

Kinderschutzhotline unterstützt Ärzte bei Gefährdungseinschätzung von Missbrauchsfällen

Aus diesem Grund haben die DRK Kliniken Berlin | Westend in Kooperation mit der Universitätsklinik Ulm eine „Medizinische Kinderschutz-Hotline für ärztliches und heilberufliches Personal“ eingerichtet. Nach einer dreimonatigen Pilotphase wurde das Hilfsangebot im Juli 2017 freigeschaltet. Seitdem kann sich medizinisches Fachpersonal unter der Nummer 0800 19 210 00 bundesweit rund um die Uhr zu Fragen des Kinderschutzes in Klinik und Praxis informieren.

Die Hotline bietet ein umfangreiches Beratungsangebot zur sicheren und frühzeitigen Einschätzung von Verdachtsfällen auf Kindesmisshandlung. Die speziell geschulten Teams, die die Kinderschutzhotline betreuen, setzen sich aus erfahrenen Ärzten und Psychotherapeuten zusammen. Sie haben Schulungen in der Jugendhilfe durchlaufen und beraten unter anderem zu Fragen der sicheren Diagnostik bei Verdachtsfällen auf Kindesmisshandlung, leisten Hilfestellung bei der Gefährdungsabschätzung, unterstützen in der Vorbereitung von Gesprächen mit dem Jugendamt und den Angehörigen und geben Orientierung zu Strukturen der Jugendhilfe.

Seit Einführung der Hotline wurden bereits knapp 400 Anrufer in bis zu halbstündigen Fachgesprächen beraten. „Der Bedarf nach unserem Angebot ist riesig“, sagt Berthold. „Seit der Einführung der Maßnahme verzeichnen wir eine steigende Nachfrage nach den Gesprächen. Dabei geht es oft um ganz alltägliche Gefährdungen des Kindeswohls, die in der Kriminalstatistik nicht erfasst werden. Dazu zählt zum Beispiel auch die emotionale Misshandlung von Kindern, die in den Trennungskonflikten ihrer Eltern instrumentalisiert werden, wo es nur selten zur Strafanzeige wegen Kindesmisshandlung kommt.“

KinderSchutzAmbulanz setzt auf frühzeitige Erkennung durch Kooperation mit Notaufnahme

Auch darüber hinaus setzen sich die DRK Kliniken Berlin kontinuierlich für den Kinderschutz ein. 2016 wurde am Standort in Westend eine vom Berliner Senat finanzierte KinderSchutzAmbulanz eingerichtet. Die Einrichtung ist eine Kooperation der Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie unter Beteiligung der Kliniken für Kinderurologie, Gynäkologie und Geburtshilfe und Augenheilkunde. Hier können Kinder, bei denen Sorge um das Kindeswohl besteht, am selben Tag von allen notwendigen Spezialisten untersucht und allumfassend betreut werden.

Zukünftig wollen die DRK Kliniken Berlin insbesondere die Zusammenarbeit der KinderSchutzAmbulanz mit der Erwachsenen-Notaufnahme ausbauen. Dies soll gewährleisten, dass bei Eltern, die zum Beispiel unter psychischen Erkrankungen leiden oder selbst Opfer häuslicher Gewalt sind, eine potenzielle Folgegefährdung für das Kind frühzeitig vermieden werden kann.

Kinderschutz braucht langfristige finanzielle Stabilität

Um den Schutz des Kindeswohls auch zukünftig zu garantieren, wünscht sich Berthold vor allem Stabilität in der Finanzierung der Maßnahmen. „Bisher arbeiten wir bei der Kinderschutzhotline auf Projektebene. Das heißt, das Bundesfamilienministerium hat unsere finanziellen Mittel bislang bis 2019 begrenzt. Ich würde mir wünschen, dass das Thema Kinderschutz selbstverständlich wird und aufwändige Antragsverfahren nicht mehr notwendig sind – damit wir unsere Ressourcen voll und ganz dem Wesentlichen widmen können: dem Schutz der Kinder.“

Pressekontakt

DRK Kliniken Berlin
Romina Rochow
Leiterin Unternehmenskommunikation
Telefon: (030) 30 35 - 50 71, Mobil (0152) 0157 - 50 01
E-Mail: r.rochow@drk-kliniken-berlin.de

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 Die Kliniken Berlin sind ein freigemeinnütziger Klinikverbund mit vier Krankenhäusern, einem stationären Hospiz und einer stationären Pflegeeinrichtung, deren alleiniger Gesellschafter die DRK-Schwesternschaft Berlin e.V. ist. In 35 Fachabteilungen, 26 Kompetenzzentren, drei Zentralen Notaufnahmen und mit zahlreichen ambulanten Angeboten werden rund 200.000 Patienten pro Jahr von über 3.400 Mitarbeitern versorgt. Damit gehören die DRK Kliniken Berlin zu den größten Arbeitgebern und wichtigsten Gesundheitsversorgern der Hauptstadt.