DRK Kliniken Berlin erhalten als erster Klinikverbund in Berlin das MRE-Siegel

Berlin, 14. März 2018

Heute hat das Siegelgremium der Arbeitsgemeinschaft (AG) Krankenhaushygiene den DRK Kliniken Berlin als erstem Klinikverbund in der Bundeshauptstadt das MRE-Siegel verliehen. Neben der Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Dilek Kolat, nahmen weitere Gäste aus Politik und Hygienefachkreisen der Verleihung in den DRK Kliniken Berlin | Westend teil.

Das MRE-Siegel wird an Krankenhäuser und stationäre Einrichtungen vergeben, die durch qualitätssichernde Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von MRE (Multiresistente Erreger) beitragen und damit die Sicherheit für ihre Patienten erhöhen. Zu den Qualitätskriterien, die im Rahmen der Siegelvergabe bewertet werden, zählen insbesondere eine ausreichende Anzahl von Hygienefachpersonal und regelmäßige Präventions- und Schulungsmaßnahmen.

„Unser Ziel ist es, uns auch über die gesetzlichen Vorschriften hinaus für ein hohes Qualitätsniveau im Bereich der Krankenhaushygiene zu engagieren“, so Frau Dr. Nicoletta Wischnewski, die stellvertretend für die AG Krankenhaushygiene das Siegel an die DRK Kliniken Berlin übergab. „Über den außergewöhnlichen Einsatz der DRK Kliniken Berlin bei der Prävention und Bekämpfung von MRE freuen wir uns daher besonders. Es ist eine große Herausforderung, drei Krankenhäuser unter einem einheitlichen Hygieneregime zu vereinen.“

Ab dem Zeitpunkt der Antragsstellung ist das MRE-Siegel für einen Zeitraum von 2 Jahren gültig. Danach muss das Siegel neu beantragt werden, wobei jedes Krankenhaus abermals hinsichtlich der Einhaltung der Qualitätskriterien überprüft wird.

Auch Gesundheitssenatorin Dilek Kolat betonte, dass die DRK Kliniken Berlin mit der Entgegennahme des Siegels ein bedeutendes Zeichen für die Berliner Gesundheitslandschaft setzen. „Die Bekämpfung von Krankenhausinfektionen und hier vor allem von antibiotikaresistenten Keimen steht weit oben auf meiner gesundheitspolitischen Agenda. Dazu werde ich demnächst einen Aktionsplan für ganz Berlin vorlegen. Wir brauchen bei unserem Kampf solche Verbündeten wie die DRK-Kliniken, die auf diesem Gebiet nachgewiesen exzellente Arbeit leisten.“

Einer der bekanntesten MREs in Deutschland ist der sogenannte Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA). Dabei handelt es sich um ein bestimmtes Bakterium, das unempfindlich (resistent) gegenüber üblicherweise zur Behandlung von Infektionen verwendeten Antibiotika geworden ist. Es kann unter bestimmten Umständen zu tiefgehenden, eitrigen Entzündungen, Blutvergiftungen oder anderen schweren Infektionen führen. Gesundheitseinrichtungen sehen eine enorme Herausforderung für die Behandlung von Patientinnen und Patienten, die Träger von MRE Bakterien sind. Aus diesem Grund engagieren sich die DRK Kliniken Berlin auch über die Teilnahme am MRE-Siegelprogramm hinaus im Bereich der MRE-Prävention und Bekämpfung. So haben die DRK Klinken Berlin unter der Leitung der Institute für Hygiene und Mikrobiologie im September 2017 als erster Klinikverbund in Berlin ein generelles MRSA-Screening eingeführt. Langfristig sollen so alle Patientinnen und Patienten, die in den DRK Kliniken Berlin stationär aufgenommen werden, per Nasen-Rachenabstrich auf MRSA gescreent werden.

„Vielen Patientinnen und Patienten ist nicht bewusst, dass sie das MRSA-Bakterium oftmals schon tragen, bevor sie in ein Krankenhaus aufgenommen werden“, erklärt Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Elias, Leiter des Instituts für Mikrobiologie. „Dank des generellen Screenings bei der Aufnahme können wir MRSA-Träger bereits bei der Aufnahme identifizieren und dadurch die Übertragungswahrscheinlichkeit im Krankenhaus minimieren. Insgesamt wollen wir so die individuelle Patientensicherheit in unseren Häusern stärken.“

Darüber hinaus ermöglicht das Screening die prä-operative Diagnose und Behandlung von MRSA, wodurch das Risiko von Folgeinfektionen nach einer Operation erheblich minimiert wird. Gleichzeitig dient das MRSA-Screening dazu, langfristig die Fachkenntnis u.a. über Verbreitungsmuster des MRSA-Bakteriums zu erhöhen. Dadurch können die DRK Kliniken Berlin über das Krankenhaus hinaus einen Beitrag zur Gesundheit der Berliner Bevölkerung leisten und zur Entwicklung effizienter und zukunftsweisender Präventions- und Gegenmaßnahmen beitragen.

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Fotohinweis: Übergabe des MRE-Siegels in Anwesenheit von Senatorin Dilek Kolat
v.l.n.r.: Chefarzt des Instituts für Hygiene Priv.-Doz. Dr. Dr. med. Frank Kipp, Oberin der DRK-Schwesternschaft Berlin e.V. Doreen Fuhr, Senatorin für Gesundheit Pflege und Gleichstellung Dilek Kolat, Geschäftsführer der DRK Kliniken Berlin Dr. Christian Friese

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