Damit erblindete Patienten wieder sehen können

Berlin, 01. Juni 2011

Die DRK Kliniken Berlin sind vorbildlich bei der Gewinnung von Augenhornhäuten für Transplantationen. So haben die DRK Kliniken Berlin in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt 48 Hornhautspenden zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr waren es bereits elf Augenhornhäute. Die DRK Kliniken Berlin arbeiten dabei eng mit der Gewebebank der Universitätsklinik Charité zusammen. Die Zusammenarbeit ist in einem Kooperationsvertrag geregelt.

„In den DRK Kliniken unterstützen wir die Möglichkeiten für Patienten und Familienangehörige, Organe und Gewebe für Transplantationen oder Forschung zu spenden“, sagt die Chefärztin der Pathologie der DRK Kliniken Berlin, Cornelia Radke. Dies erfolgt selbstverständlich unter Beachtung der bestehenden Gesetze wie Gewebe-, Transplantations-, Arzneimittelgesetz u. a.

Eine Hornhaut-Transplantation (Keratoplastik) kann einem Patienten das Augenlicht zurückgeben. Die getrübte Hornhaut wird entfernt und durch die gesunde, klare Hornhaut eines Spenders ersetzt.

Eine Trübung der Hornhaut kann viele Ursachen haben. Häufig sind es Infektionen, zum Beispiel durch Viren, Verletzungen oder angeborene Erkrankungen. Die Hornhaut (Fachbegriff Cornea) schließt die Augenoberfläche wie ein Uhrglas ab. Sie ist dünn und durchsichtig. Verliert sie ihre Klarheit, gelangt nicht mehr genügend Licht in das Auge: Der Betroffene büßt sein Sehvermögen ein und kann erblinden.

„Es ist vorbildlich, wie die DRK Kliniken Berlin die Universitätsgewebebank der Charité bei der Gewinnung von Gewebespendern, insbesondere von Hornhautspendern, im Sinne der Transplantationsgesetzes unterstützen“, sagt Professor Dr. Axel Pruß, Leiter der Universitätsgewebebank der Charité. Insbesondere die Augenärzte der Charité, aber auch anderer Kliniken, können mit diesen Transplantaten vielen Patienten mehr Sehfähigkeit und damit auch mehr Lebensqualität geben, so Pruß.

Doch längst nicht allen betroffenen Patienten, die auf eine Hornhaut warten, kann heute geholfen werden. Denn es stehen nicht genug Spender zur Verfügung. Schätzungen zufolge warten in Deutschland derzeit rund 5.000 Patienten auf ein Hornhaut-Transplantat. Sie haben nur eine Chance, wenn mehr Menschen bereit sind, ihre Augenhornhäute nach dem Tod zu spenden. „Wir klären die Patienten und Angehörigen bei Organspenden sehr einfühlsam auf“, sagt Chefärztin Radke. 

Am kommenden Samstag, den 4. Juni 2011 ist der Tag der Organspende. Hornhauttransplantationen sind die häufigsten Gewebetransplantationen. Neben der Übertragung von Geweben, wie Gehörknöchelchen oder der Hornhaut ist auch die Verpflanzung von Organen wie Niere, Herz, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm möglich. Diese Organe gehören zu den vermittlungspflichtigen Organen. Ihre Spende, Entnahme, Vermittlung und Übertragung unterliegt den Regeln des deutschen Transplantationsgesetzes.

Rund 12.000 schwer erkrankte Menschen warten in Deutschland derzeit auf ein Spenderorgan, so die Deutsche Stiftung Organstransplantation (DSO). Im Jahre 2010 konnten nur 5.083 Organe transplantiert werden. Die Kluft zwischen dem Bedarf an Organen und den realisierten Transplantationen ist groß. Die DSO ist ausschließlich für die Koordinierung der postmortalen Organspende verantwortlich.

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