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DRK Kliniken Berlin | Mitte

Klinik für Chirurgie
und Thoraxchirurgie

Drontheimer Str. 39-40
13359 Berlin
Wegbeschreibung

Tel.: (030) 3035 - 6405
Fax: (030) 3035 - 6409
E-Mail Kontakt

Chefarzt

PD Dr. med. Paul Schneider

Abteilungsschwester

Station 2
Marion Mundl

AUSZEICHNUNG

2

Thoraxchirurgie - Informationen für Patienten

Die Thoraxchirurgie (Lungenchirurgie) befasst sich in der Hauptsache mit der operativen Behandlung des Lungenkrebs (Bronchialkarzinom). Sämtliche operative Verfahren inklusive gewebesparender Eingriffe bei eingeschränkter Lungenfunktion werden durchgeführt. Die operative Entfernung von Lungenmetastasen mit dem Laser gehört genauso zum Spektrum wie die Behandlung von Mediastinaltumoren, Brustwandtumoren oder von gutartigen Lungenerkrankungen (z.B. Pneumothorax , Entzündungen des Rippenfells, Lungenemphysem). Eingriffe an der Brustwand bis hin zur kompletten Brustbeinentfernung z. B. bei fortgeschrittenem Lungenkrebs oder Brustkrebs können dem Patienten mit einer guten Lebensqualität helfen. Die Videothorakoskopie (sog. Schlüssellochchirurgie) wird routinemäßig zur Diagnostik von Lungenrundherden, Rippenfellerkrankungen, Hyperhidrosis, oder mediastinaler Geschwülste durchgeführt, wobei dann oft auf eine schmerzhafte Eröffnung des Brustkorbes verzichtet werden kann. Im Rahmen der Tumorchirurgie werden mit flexibler oder starrer Bronchoskopie bei endobronchialen Tumorstenosen Lasertherapien, innere Schienungen und Bestrahlungen durchgeführt.

Alle Befunde bei Tumorerkrankungen werden in unserer interdisziplinären pulmologisch-thoraxchirurgischen Konferenz besprochen, um dem Patienten die bestmögliche Behandlung vorzuschlagen.

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Grundlagen

  • Der Mensch besitzt zwei Lungenflügel. Der rechte Lungenflügel besteht aus drei Lungenlappen, der linke aus zwei. Die Luftröhre (Trachea) teilt sich in die beiden Hauptbronchien auf, die sich wiederum über kleinere Bronchien weiter in die Lungenflügel verästeln.
  • Lungenkrebs gehört zu den häufigsten und leider auch zu den gefährlichsten Tumorerkrankungen.
  • Gerade beim Lungenkrebs sind die wesentlichen Ursachen für die Entstehung gut bekannt. Eindeutig an der Spitze steht dabei starkes Zigarettenrauchen. Man weiß heute, dass 20 Zigaretten, 20 Jahre hindurch geraucht, das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken gegenüber Nichtrauchern um ein 60-faches erhöhen.
  • Man unterscheidet Tumoren, die im Lungenmantel entstehen (25%) und solche, die im zentralen Bronchialsystem entstehen (75%).
  • Bösartige Lungentumoren können Metastasen (Tochtergeschwülste) setzen. Erste Station sind meist die Lymphknoten innerhalb des Brustkorbs. Weitere Orte, an denen sich häufig Metastasen absetzen, sind die Leber, die Knochen, die Nebennieren und das Gehirn.
  • Gutartige Lungentumoren sind selten.

Operationsverfahren

  • Die operative, radikale Entfernung des Tumors bietet die besten Chancen auf eine Heilung.
  • Ziel der Operation ist es, den Tumor mit einem Sicherheitsabstand gesunden Gewebes zu entfernen. Zusätzlich werden die regionalen Lymphknoten der Lunge entfernt. In der Regel erfordert dies mindestens die Resektion (Entfernung) eines Lungenlappens. Gelegentlich muss aber auch ein kompletter Lungenflügel entfernt werden.
  • Wir legen besonders Wert auf die gewebeschonenden Operationen. Das heißt, durch besondere chirurgische Techniken (bronchoplastische Operationen, so genannte Manschettenoperationen) gelingt es oft, die Lungenflügelentfernung zu umgehen. Die Lebensqualität im Vergleich zur Lungenflügelentfernung ist dabei besser.
  • Um in den Brustkorb zu gelangen, wird ein Schnitt seitlich unter dem Schulterblatt angelegt, der dem Verlauf der Rippen folgt. Üblicherweise wird die fünfte und sechste Rippe auseinandergespreizt und so der Zugang zur Brusthöhle geschaffen.
  • Während der Operation wird durch den Narkosearzt nur die gesunde Lunge beatmet, so dass der Operateur ein übersichtliches Operationsfeld erhält.

Operationsdauer 2 bis 4 Stunden

Weitere Fachinformationen zum Thema Bronchialkarzinom unter Info >> Links

Brustwandtumore

Grundlagen

  • Brustwandtumoren umfassen eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Krankheitsbilder, die am Skelett und an den Weichteilen auftreten.
  • Tumoren im Bereich der Brustwand können sowohl gutartig (benigne), als auch bösartig sein (maligne).
  • Zu unterscheiden sind hier primär an der Brustwand entstandene gut- oder bösartige Tumoren. Weiter ist die Gruppe der sekundären Brustwandtumoren zu nennen. Hier sind Metastasen extrathorakaler Tumoren wie auch infiltrierende Mamma-, Bronchial-, Rippenfell- und Mediastinaltumoren zusammengefasst.
  • Aus dieser Vielzahl von unterschiedlichen Tumorformen und -ausdehnungen ergibt sich für den Thoraxchirurgen die Notwendigkeit, für jeden Patienten ein individuelles Therapiekonzept zu erarbeiten.
  • Die Resektionsbehandlung kann je nach Fall unter der Zielsetzung der Heilung (Kuration) erfolgen. Aber auch zur Linderung von Symptomen (Schmerzen) oder zur Verhinderung von drohenden Komplikationen (Aufbrechen des Tumors bei Überschreiten der Haut - Exulzeration) kann eine Resektion sinnvoll sein (Palliation).
  • Die Kooperation mit Strahlentherapeuten und internistischen Onkologen ist die unabdingbare Voraussetzung für das meist notwendige interdisziplinäre Vorgehen.

Operationsverfahren

  • Die Technik der Tumorresektion ist abhängig von Tumorgröße, -lage und -art.
  • Vorrangiges Ziel ist die vollständige Resektion im Gesunden, wobei aus Gründen der Radikalität auch angrenzende Lungen- oder Mediastinalstrukturen en bloc mitreseziert werden.
  • Von entscheidender Bedeutung ist ein adäquater Sicherheitsabstand, zumal am knöchernen Brustkorb während der Operation keine Schnellschnittdiagnostik durchgeführt werden kann
  • Für gutartige Tumoren ist ein Sicherheitsabstand von 2 cm ausreichend
  • Bösartige Tumoren sollten mit einem Sicherheitsabstand von 4-5cm im Gesunden reseziert werden.
  • Die Rekonstruktion dieser teilweise großen Defekte muss zwei Ziele verfolgen:

    • Die Atemmechanik muss komplett wiederhergestellt werden
    • Der mechanische Schutz für Herz und Oberbauchorgane muss gewährleistet sein

  • Diese Ziele werden erreicht durch Einsatz von nicht resorbierbaren Kunststoffnetzen. Im Bereich des Brustbeines kann das Kunststoffnetz durch eine modellierte Schicht Knochenzement ergänzt werden. Die Kunststoffnetze werden straff mit Nähten an die angrenzenden, verbliebenen Rippen fixiert
  • Manchmal müssen Muskeln aus anderen Regionen verschoben oder verpflanzt werden. Auch Fettgewebe aus dem Bauchraum kann an einem Gefäßstiel auf die Bauchwand verpflanzt werden.
  • Größere Weichteildefekte werden in Kooperation mit plastischen Chirurgen versorgt.
  • Brustwandtumoren nahezu jeder Größe können bei adäquater Technik reseziert werden.

Operationsdauer: 2 bis 5 Stunden je nach Tumorgröße und -lage

Bösartiger Rippenfelltumor (Malignes Pleuramesotheliom)

Grundlagen

  • Im Rippenfell können Asbestfasern unspezifische Entzündungsreaktionen und die Entstehung von knorpelartigen Auflagerungen auslösen. Zum anderen können die Asbestfasern, meist erst nach 20 bis 30 Jahren, zur Entstehung von bösartigen Rippenfelltumoren (Malignes Pleuramesotheliom, Rippenfellkrebs) führen.
  • Das Tumorwachstum beginnt in Form kleiner Knoten, die sowohl das Rippen- wie auch das Lungenfell überziehen. Meist bildet sich vermehrt Flüssigkeit zwischen Lunge und Rippenfell, was zu einer Kompression der Lunge mit Luftnot führt.
  • Im Weiteren entwickelt sich eine flächige Tumorschwarte, die das gesamte Rippenfell überziehen kann und eine allmähliche, schmerzhafte Schrumpfung des Brustkorbs verursacht.
  • Da häufig eine berufliche Asbestexposition vorliegt, ist das maligne Pleuramesotheliom als berentungsfähige Berufserkrankung anerkannt.
  • Gutartige Tumoren des Rippenfells sind außerordentlich selten.

Operationsverfahren

  • Die Behandlung des Pleuramesothelioms ist schwierig und aufwändig. Meistens werden verschiedene Therapieansätze kombiniert eingesetzt (multimodale Therapie).
  • Die operative Therapie reicht von der einfachen Drainageeinlage mit Verklebung des Rippenfells bis zur möglichst kompletten Entfernung des Tumors. Bei dieser Operation wird das Lungengewebe erhalten, das zu einer Verbesserung der Lungenfunktion und der Lebensqualität führt.
  • In den letzten Jahren setzen wir eine neue Therapieform ein: die hypertherme intrathorakale Chemotherapieperfusion (HITHOC).
  • Dabei handelt es sich um ein multimodales Therapiekonzept zur Verbesserung der lokalen Tumorkontrolle. Bereits intraoperativ wird lokal die Chemotherapie in den Brustkorb gebracht und zwar mit einer Temperatur von 42°C. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Konzentration und Wirkung.
  • Mehrere Studien zeigten für die HITHOC eine gute Verträglichkeit und eine bessere Tumorkontrolle sowie ein verbessertes Gesamtüberleben.

Weitere Fachinformationen zum Pleuramesotheliom unter Info >> Links

Tumoren des Mittelfellraumes (Mediastinaltumoren)

Grundlagen

  • Als Mediastinum (Mittelfell) wird der Raum zwischen Brustbein und Brustwirbelsäule bezeichnet. Zur Seite hin wird dieser Raum von den beiden Lungen begrenzt.
  • Die wichtigsten Organe im Mediastinum sind:
    Herz u. große Gefäße, Speiseröhre, Thymusdrüse, Luftröhre mit Hauptbronchien, große Lymphbahnen, manchmal Schilddrüse
  • Aus dieser Vielzahl von Organsystemen ergibt sich auch eine Vielzahl von möglichen gut- und bösartigen Tumoren (etwa 80 sind beschrieben).
  • Die häufigsten werden im Folgenden beschrieben:

    • Die Thymusdrüse ist unmittelbar hinter dem Brustbein gelegen. Im Kindesalter hat sie eine Funktion bei der Bildung des Immunsystems. Im Erwachsenenalter verliert sie ihre Funktion. Aus dieser Drüse können Tumoren entstehen, die um so bösartiger werden, je größer sie werden (Thymome, Thymuskarzinome). Die Thymome und Thymuskarzinome werden in der Regel operiert, manchmal in Kombination mit einer Bestrahlung. In Zusammenhang mit diesen Tumoren kann eine Nervenerkrankung auftreten, bei der die Patienten sehr leicht ermüden (Myasthenia gravis). Je nach Schweregrad der Myasthenie besteht die Behandlung in einer Thymektomie, die man meistens thorakoskopisch durchführen kann.
    • Die Vielzahl der Lymphknoten- und -bahnen kann Ursprung für bösartigen Lymphdrüsenkrebs werden (Maligne Lymphome). Die Chirurgie hat hier nur die Aufgabe, eine Gewebeprobe für eine exakte mikroskopische Diagnose zu sichern. Die Behandlung dieser Therapie besteht aus Chemotherapie in Verbindung mit Strahlentherapie.
    • Aus versprengten Keimzellanteilen aus der Embryonalentwicklung können sich Keimzelltumoren entwickeln. Hier gibt es sowohl gutartige wie auch bösartige. Die gutartigen sollten primär operativ entfernt werden. Die bösartigen Keimzelltumoren sollte zunächst einer Chemotherapie zugeführt werden. Die Chirurgie hat hier die Aufgabe, verbliebene Tumoranteile nach Chemotherapie zu entfernen.
    • Gelegentlich wächst die Schilddrüse vom Hals her in das Mediastinum ein (Tauchkropf). Die Behandlung besteht in der operativen Entfernung. Meist gelingt dies vom Hals her, selten ist auch eine Spaltung des Brustbeins erforderlich.
    • Zysten gehen häufig von den Bronchien aus und sind meist gutartig. Sie sollten entfernt werden, weil sie Verdrängungserscheinungen hervorrufen können oder vereitern können.

Diagnostische Operationsverfahren

  • Bei sehr großen Tumoren, die operativ nicht komplett entfernt werden können, oder wenn der Verdacht auf eine Erkrankung des lymphatischen Systems vorliegt (malignes Lymphom, Morbus Hodgkin), wird der Chirurg durch einen kleinen, nicht belastenden Eingriff Gewebeproben entnehmen. Das kann über einen kleinen Hautschnitt am Hals (Mediastinoskopie) oder neben den Brustbein erfolgen. Je nach Lage des Tumors kann auch die Videothorakoskopie (Schlüssellochchirurgie) eingesetzt werden.
  • Kleine Gewebeproben können auch durch Punktion durch die Haut in örtlicher Betäubung gewonnen werden.

Operationsverfahren zur Entfernung der Tumore

  • Das Ziel der Operation ist es, den Tumor möglichst komplett zu entfernen. Dazu muss der Brustkorb meistens eröffnet werden.
  • Um in den Brustkorb zu gelangen, wird über einen Längsschnitt das Brustbein eröffnet werden. Bei sehr großen Tumoren kann auch ein querer Schnitt unterhalb der Brust angelegt werden. Auch der seitliche Zugang unter dem Schulterblatt, der dem Verlauf der Rippen folgt, kann den Zugang zur Brusthöhle geschaffen.
  • Gutartige Tumoren oder Zysten können oft mit der Videothorakoskopie (Schlüssellochchirurgie) schonend operiert werden.
  • Im besonderen Fall der Myastenia gravis wird die Thymektomie meistens videoassistiert thorakoskopisch durchgeführt. Dadurch ist die Belastung für den Patienten gering und der stationäre Aufenthalt kurz.

Weitere Fachinformationen (in englischer Sprache) zur Myasthenie (Myasthenia gravis)

Eitrige Rippenfellentzündung (Pleuraempyem)

Grundlagen

  • Jeder Lungenflügel ist von einem mikroskopisch dünnen Häutchen, dem Lungenfell (Pleura viszeralis), überzogen. Auch die Brustwand ist innen von einer derartigen Haut, dem Rippenfell, ausgekleidet. Diese dünne Haut produziert geringe Mengen von Flüssigkeit, die bei den Atembewegungen der Lunge innerhalb des Brustkorbs als Gleitmittel fungiert.
  • Im Rahmen einer Lungenentzündung (Pneumonie) kann es zur vermehrten Produktion dieser Flüssigkeit kommen (Pleuraerguss). Diese Flüssigkeit komprimiert die Lunge.
  • Häufig bilden sich kleine Ergüsse unter der antibiotischen Therapie der Lungenentzündung von selbst zurück.
  • Es kann aber auch zur Einwanderung von Keimen in diese Flüssigkeit kommen, die sich dann langsam in Eiter verwandelt.

Operationsverfahren

  • Versagen die konservativen Therapieversuche, sollte frühzeitig ein operatives Vorgehen gewählt werden.
  • Für Patienten mit schwerem fieberhaften Krankheitsbild und sehr schlechtem Allgemeinzustand ist die gezielte Einlage von zwei Pleuradrainagen mit anschließender Spülbehandlung die Therapie der Wahl. Die Spülbehandlung wird fortgeführt, bis die Infektion unter Kontrolle ist.
  • Ausgedehnte, häufig gekammerte Ergüsse können, sofern der Patient narkosefähig ist, mit Videotechnik thorakoskopisch operiert werden. Dabei wird über kleine Schnitte zwischen den Rippen mit speziellen Instrumenten der, meist gallertige, Erguss ausgeräumt und so die Lunge wieder zur Ausdehnung gebrach. Der Eingriff ist für die Patienten weniger belastend, weil auf einen großen, schmerzhaften Schnitt verzichtet werden kann.
  • Ältere Pleuraempyeme, bei denen bereits eine Verschwartung mit Fesselung der Lunge eingesetzt hat, müssen nach wie vor offen operiert werden. Um in den Brustkorb zu gelangen, wird ein Schnitt seitlich unter dem Schulterblatt angelegt, der dem Verlauf der Rippen folgt. Üblicherweise wird die siebte und achte Rippe auseinandergespreizt und so der Zugang zur Brusthöhle geschaffen. Die gesamte entzündliche Schwarte wird, meist zusammen mit dem Rippenfell, entfernt. Um die Lunge wieder vollständig zur Ausdehnung zu bringen, muss ihre Oberfläche ebenfalls von der Schwarte „entfesselt“ werden (Dekortikation).
  • Abschließend werden Drainageschläuche eingelegt und der Brustkorb mit Nähten verschlossen.

Operationsdauer 1 Stunde (Thorakoskopische Operation) bis 3 Stunden (offene Operation)

Lungenmetastasen

Grundlagen

  • Bösartige Tumoren können Metastasen (Tochtergeschwülste) setzen. Aus dem Tumor gelangen über den Blutweg oder über die Lymphbahnen einzelne Zellen in andere Organe. Die Lunge ist dabei häufig betroffen. Weitere Orte, an denen sich häufig Metastasen absetzen, sind die Leber, die Knochen, die Nebennieren und das Gehirn.
  • Besonders häufig kommt dies bei folgenden Tumoren vor: Nierenzellkrebs, Tumoren aus dem Hals- und Kopfbereich, Dickdarm- und Enddarmkrebs, Hodenkrebs, Knochenkrebs, Hautkrebs.
  • Eine chirurgische Entfernung von Lungenmetastasen erscheint nur dann sinnvoll, wenn am Ort des Ersttumors (Primärtumor) kein erneutes Tumorwachstum besteht.
  • Ebenso sollten keine zusätzlichen Metastasen in anderen Organsystemen bestehen.
  • Falls es sich um Metastasen von Tumoren handelt, die gut auf Chemotherapie ansprechen (z.B. Hodentumoren, Knochentumoren, Brustkrebs), sollte zunächst diese Therapie erfolgen. Chirurgisch können dann eventuell verbliebene Metastasenreste entfernt werden.

Operationsverfahren

  • Die operative, komplette Entfernung der Metastasen bietet die besten Chancen, das Tumorleiden zurückzudrängen.
  • Ziel der Operation ist es, die Metastasen mit einem Sicherheitsabstand gesunden Gewebes zu entfernen. Zusätzlich werden die regionalen Lymphknoten der Lunge entfernt. Die einzelnen Metastasenherde werden mit speziellen Klammernahtgeräten keilförmig aus dem Lungengewebe herausgeschnitten. Die Resektion (Entfernung) eines Lungenlappens kann bei sehr großen Metastasen erforderlich sein.
  • Auch der Laser kann nützlich sein, wenn viele Metastasen vorhanden sind.
  • Um in den Brustkorb zu gelangen, wird ein Schnitt seitlich unter dem Schulterblatt angelegt, der dem Verlauf der Rippen folgt. Üblicherweise wird die fünfte und sechste Rippe auseinandergespreizt und so der Zugang zur Brusthöhle geschaffen. Sind Metastasen in beiden Lungen vorhanden, kann auch über einen Längsschnitt das Brustbein eröffnet werden. So gelangt man gleichzeitig an beide Lungen. Die Übersicht ist hier allerdings nicht so gut. Technisch schwierig zu entfernende, beidseitige Metastasen erfordern daher zwei separate Operationen von der Seite her.
  • Während der Operation wird durch den Narkosearzt nur die gesunde Lunge beatmet, so dass der Operateur ein übersichtliches Operationsfeld erhält.
  • In besonderen Fällen ist es auch möglich, die Entfernung einzelner Herde mit Schlüssellochtechnik durchzuführen (Minimal invasive Chirurgie). Der Eingriff ist für die Patienten weniger belastend, weil auf einen großen, schmerzhaften Schnitt verzichtet werden kann.
  • Abschließend werden Schläuche (Drainagen) in die Brusthöhle eingelegt, die Wundsekret ableiten sollen. Der Brustkorb wird mit Nähten verschlossen

Operationsdauer 2 bis 4 Stunden

Weitere Fachinformationen zum Thema Lungenmetastasen unter Info >> Links