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DRK Kliniken Berlin | Mitte

Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie

Drontheimer Str. 39–40
13359 Berlin
Wegbeschreibung

Tel.: (030) 3035 - 6445
Fax: (030) 3035 - 6449
E-Mail-Kontakt

Chefarzt

Dr. med. Muharrem Saklak

Abteilungsschwester

Station 2 - Sandy Prothmann

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Minimal-invasive Chirurgie (MIC) – Schlüssellochchirurgie

Die minimal-invasive Chirurgie hat sich in vielen Bereichen der Chirurgie zu einem Standardverfahren entwickelt. Die Vorteile des minimal-invasiven Vorgehens für den Patienten sind mittlerweile unbestritten. In der frühen postoperativen Phase kann der Patient schneller mobilisiert werden, es ist ein geringerer Schmerzmittelverbrauch und ein kürzerer stationärer Aufenthalt zu verzeichnen.

Bei der Bauchspiegelung (Laparoskopie) wird nach Anlage eines Capnoperitoneums durch Gas-Insufflation (Kohlendioxid) eine Kameraoptik eingeführt mit der die Ansicht der Bauchorgane auf HDTV-Monitore übertragen wird. Zusätzlich eingebrachte Instrumente ermöglichen das Operieren unter Sicht am Ort des Geschehens. Gegebenenfalls muss einer der Zugänge durch eine Minilaparotomie (kleiner Bauchschnitt) vergrößert werden, um z. B. ein erkranktes Organ aus dem Bauchraum entfernen zu können. In manchen Fällen (z.B. Verwachsungen nach Voroperationen oder bei erst laparoskopisch gesicherten Befunden) muss von der minimal-invasiven Technik auf das offene (konventionelle) Verfahren gewechselt werden.


In unserer Abteilung führen wir minimal-invasive Eingriffe vor allem in folgenden Fällen durch

  • Gallensteinoperation (Cholezystolithiasis)
  • Blindarmentfernung (Appendizitis)
  • Operationen des Leistenbruches, des Bauchnabel- und Bauchwandbruches
  • Operationen des Zwerchfellbruchs
  • Operationen bei Sodbrennen (Refluxösophagitis)
  • Operationen an den Nebennieren
  • Operationen bei Verwachsungen des Bauchfells (Adhäsiolyse)
  • Diagnostische Laparoskopie zur Klärung unklarer Bauchbeschwerden
  • Operationen bei Tumoren und entzündlichen Erkrankungen des Dünn- und Dickdarmes (insbesondere bei der Divertikelkrankheit des Sigmas)
  • Dickdarm- (Kolon) und Mastdarm-(Rektum)entfernung bei Krebserkrankungen

Tumortherapie – die Behandlung bösartiger Erkrankungen – am Magen-Darm-Trakt

Der im Volksmund gebräuchliche Begriff "Krebs" (Karzinom, bösartige Neubildung oder Neoplasie) verunsichert viele Patienten nach wie vor. Dabei wurden in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte in der Therapie bösartiger (maligner) Erkrankungen gemacht. Die Früherkennung eines Krebsleidens trägt wesentlich zu einer erfolgreichen Therapie bei. Ärzte und Patienten müssen daher in aller Offenheit miteinander über ein Krebsleiden sprechen können. Viele Tumoren sind heute bei rechtzeitiger Therapie heilbar. Oft lässt sich eine erhebliche Lebensverlängerung oder eine verbesserte Lebensqualität herbeiführen.

Die moderne Tumortherapie fußt auf drei Säulen

  1. Möglichst frühe Erkennung des Tumors und der Tumorausbreitung
    Multimodale Therapie (Tumorchirurgie und adjuvante Chemo- und oder
  2. Strahlentherapie; Metastasenchirurgie)
  3. Tumornachsorge (Rezidiv-Früherkennung)

Um die Krankheit und ihre Folgen erfolgreich bewältigen zu können, ist Geduld, die Möglichkeit zur offenen Aussprache von Ängsten und Wünschen sowie die Unterstützung durch Familie und Freunde äußerst wichtig. Wir stehen unseren Patienten und auch deren Angehörigen daher jederzeit gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Sie finden hier weitere Informationen zum Thema

Magenkrebs

An Magenkrebs erkranken in Deutschland etwa 20 von 100 000 Menschen pro Jahr. Die meisten Patienten sind älter als 50 Jahre. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen ist in den letzten Jahrzehnten glücklicherweise rückläufig gewesen.

Die Therapie der Wahl ist bei örtlich begrenztem Magenkrebs die Operation mit dem Ziel der vollständigen Entfernung des Tumorgewebes.

Operationsverfahren

  • Bei kleinen Tumoren erfolgt die Entfernung des tumortragenden Magenanteils unter Erhalt eines Restmagens mit Entfernung der Lymphbahnen
  • Bei fortgeschrittenen Tumoren erfolgt die Entfernung des gesamten Magens, eines Teils des Zwölffingerdarmes und der Lymphbahnen und die Bildung eines Ersatzmagens durch Herstellung eines Dünndarmresevoirs
  • Bei nicht-kurativ zu operierendem Magenkrebs kann zunächst eine Chemotherapie zur Tumorverkleinerung durchgeführt werden, oder es wird eine Verbindungs-Operation durchgeführt, die bei belassenem Tumor die Nahrungspassage aufrechterhält.

Darmkrebs (Kolorektales Karzinom)

Dickdarm- und Mastdarmkrebs (Kolon- und Rektumkarzinome) sind bösartige Schleimhautwucherungen im Dickdarm, deren Auftreten aufgrund einer verlängerten Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen hat.
Das kolorektale Karzinom ist mit ca. 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr das zweithäufigste Krebsleiden in der Bundesrepublik Deutschland. Die Krankheit tritt überwiegend nach dem 50. Lebensjahr auf. Das Risiko, im Laufe des Lebens an einem Dick- oder Mastdarmkrebs zu erkranken, liegt insgesamt bei ca. 5-6%, daran zu sterben bei ca. 3%.

Operationsverfahren

  • Im frühesten Stadium können einzelne entartete Polypen bei der Darmspiegelung ohne Operation entfernt werden. Zeigt sich jedoch bei der anschließenden feingeweblichen Untersuchung, dass der Abtragungsort nicht tumorfrei war wird
  • die Operation mit Entfernung des betroffenen Darmabschnittes und der Lymphbahnen notwendig.
  • Beim Mastdarmkrebs ist in bestimmten Fällen die örtliche (transanale) Tumorabtragung möglich.
  • Bei sehr tief sitzenden, also in unmittelbarer Nähe zum After und dem Schließmuskel lokalisierten Mastdarmtumoren, ist eine Kontinenzerhaltung nicht immer möglich. Es erfolgt dann die Anlage eines künstlichen Darmausganges (Stoma oder Anus praeter).

Eine Chemotherapie und/oder eine Bestrahlungstherapie muss bei bestimmten Ausbreitungsstadien der Darmkrebserkrankung vor (neoadjuvant) oder nach der Operation (adjuvant) erfolgen. Diese Therapie dient der Verkleinerung des Tumors (neoadjuvant) oder der Behandlung von Metastasen. Bei sehr frühen Stadien ist eine adjuvante Chemotherapie nicht erforderlich.

Bei Vorhandensein von Lebermetastasen steht neben der hauptsächlich chirurgischen Entfernung die Radiofrequenzablation (=RFA) und die lokale Chemotherapie (=TACE) zur Verfügung, die bei bestimmten Ausdehnungen des Tumorleidens sehr gute Ergebnisse erzielt. In Einzelfällen können diese Verfahren auch mit der chirurgischen Therapie kombiniert werden.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED). Man versteht hierunter eine gutartige Darmerkrankung, die sich vor allem durch das Auftreten von schweren Durchfällen, zum Teil mit Blutbeimengungen, bemerkbar macht. Zusätzlich treten beim Morbus Crohn sehr häufig Fisteln in der Afterregion auf.

Operationsverfahren

Der Morbus Crohn kann weder durch eine Operation, noch durch Medikamente geheilt werden. Daher darf bei jeder Operation, nur soviel Darm wie unbedingt notwendig entfernt werden.

  • Darmresektionen - nur der erkrankte Darm wird entfernt
  • Abszesse und Fisteln müssen chirurgisch therapiert werden
  • Bei Zerstörung des Schließmuskels durch Fisteln muss ein künstlicher Darmausgang angelegt werden

Die Colitis ulcerosa kann durch die Entfernung des Dickdarms geheilt werden. Besteht also die Operationsindikation, muss der gesamte Dickdarm und Mastdarm entfernt werden. Durch moderne Operationstechniken kann heutzutage ein künstlicher Darmausgang vermieden werden.

  • Der gesamte Dickdarm (Kolon) wird entfernt
  • Der Mastdarm wird durch ein aus Dünndarm geformtes Reservoir (L- oder J-Pouch) ersetzt

Weitere Informationen zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) unter Info >> Links

Divertikelkrankheit

Unter einem Divertikel versteht man eine kleine Ausstülpung der inneren Darmschleimhaut durch Muskellücken der Darmwand an jenen Stellen an denen auch die versorgenden Blutgefäße durch die Darmwand treten. Divertikel können im gesamten Dickdarm (Kolon), aber auch im Dünndarm, vorkommen. Am häufigsten findet man sie jedoch im so genannten S-Darm (S steht für Sigma und beschreibt die Windung des Darmes in diesem Bereich). Der S-Darm befindet sich im linken Unterbauch. Finden sich mehrere Divertikel im Dickdarm so spricht man von einer Divertikulose. Die überwiegende Zahl aller Patienten mit einer Divertikulose, das heißt etwa 70 - 80 %, haben keinerlei Beschwerden. Entzünden sich diese Divertikel treten Schmerzen, meist lokalisiert im linken Unterbauch auf. Man spricht dann von einer Divertikulitis oder Sigmadivertikulitis. Etwa 10-20 % der Divertikulosepatienten entwickeln im Laufe ihres Lebens eine solche symptomatische Entzündung.

Bei immer wieder auftretenden Entzündungen ist eine operative Therapie mit Entfernung des betroffenen Darmabschnittes erforderlich um Komplikationen zu vermeiden.
Im Notfall (freier Darmdurchbruch, Bauchfellentzündung, Darmverschluss) besteht immer die Notwendigkeit zur Operation. Manchmal muss in diesem Fall vorübergehend ein künstlicher Darmausgang angelegt werden, der jedoch nach einiger Zeit wieder zurückverlegt werden kann. Zudem besteht in einem solchen Fall immer eine akute Lebensgefahr, so dass bei immer wieder auftretenden Divertikelentzündungen rechtzeitig über eine Operation nachgedacht werden sollte.

Analerkrankungen

Analerkrankungen sind ein medizinischer Bereich, der von vielen Menschen wegen der damit verbundenen Scham selbst beim Hausarzt häufig nicht angesprochen wird. Dies führt dazu, dass viele Beschwerden lange verschleppt werden. Da die Beschwerden häufig äußerst quälend und unangenehm sind und die meisten Analerkrankungen einfach und effektiv zu behandeln sind, ist diese Scham für den Patienten sehr hinderlich.

Die häufigsten Zeichen analer Erkrankungen sind

  • Afterjucken
  • Brennen beim Stuhlgang
  • Blutabgang
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Unwillkürlicher Stuhlabgang
  • Nässen des Afters

Wenn sich solche Zeichen bei Ihnen einstellen, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt aufsuchen, damit dieser Sie einer gezielten Therapie zuführen kann.

Die wichtigsten Erkrankungen des Afters sind


Hämorrhoiden

Unter Hämorrhoiden versteht man eine Aussackung eines bei jedem Menschen normalerweise vorhandenen Gefäßgeflechts, welches unter der Schleimhaut des Eingangs zum After gelegen ist. Beim Gesunden dienen diese Hämorrhoiden zur Feinabdichtung des Verdauungstraktes. Im Krankheitsfall erweitern sich die Hämorrhoiden und können Beschwerden wie Jucken, Brennen, Blutabgang, Schmerzen beim Stuhlgang, Unwillkürlicher Stuhlabgang, Nässen des Afters hervorrufen. Daneben können sich die Hämorrhoiden so stark erweitern, dass sie aus dem After hervorquellen und bei der Analpflege stören.


Hämorrhoidenoperationen nach Longo

Dieses relativ neue Verfahren kann nur bei Hämorrhoiden die sich noch in den Analkanal zurückverlagern lassen angewandt werden. Durch ein spezielles Rundnahtgerät (Stapler) erfolgt die Zurückverlagerung der Hämorrhoiden und anschließend eine Schleimhautabtragung oberhalb der sensiblen Analschleimhaut mit Fixierung der Hämorrhoiden im Analkanal.

Hämorrhoidenoperationen nach Milligan-Morgan und Parks

Diese klassischen Verfahren werden bei ausgeprägten Befunden angewandt und gehen mit der Entfernung der Hämorrhoide einher. Zunächst unterbindet der Operateur den Blutfluss in das Hämorrhoidalgeflecht, um dieses dann mit der darüberliegenden Schleimhaut entfernen zu können. Bei der Operation nach Parks wird nur das Hämorrhoidalgeflecht entfernt und anschließend eine Naht der Schleimhaut vorgenommen.

Analfissur

Die Analfissur ist ein Einriss in der sehr empfindlichen Haut des Afters. Verursacht wird er durch zu harten Stuhlgang und zu starkes Pressen verbunden mit einer Veranlagung für diese Erkrankung.

Bei Versagen der konservativen Therapie (Salben; Förderung weichen Stuhlgangs) muss eine Operation mit einer Einkerbung des inneren Schließmuskels und Ausschneiden der Fissur erfolgen.

In unserer Abteilung können sämtliche Untersuchungen zur Diagnostik häufiger Analkrankheiten durchgeführt werden. Beispiele sind die Endosonographie des Analkanals oder Rektums, die Analmanometrie (=Druckmessung), die diagnostische und therapeutische Koloskopie und Rektoskopie sowie die radiologische Darstellung von z. B. von Fisteln.

Ein erfahrenes Team von Chirurgen steht zur Durchführung folgender Eingriffe zur Verfügung:

  • Hämorrhoidektomie (nach Milligan-Morgan, Parks)
  • Hämorrhoidopexie nach Longo
  • Fissurektomie, laterale Sphinkterotomie
  • Analsphinkterrekonstruktion
  • Transanale Rektumprolapsresektion (nach Altemeyer oder Rehn-Delorme)
  • Transabdominelle Resektionsrektopexie (Goldberg)
  • Analfistelchirurgie, Fadeneinlage bzw. -drainage
  • Abszesschirurgie
  • Pilonidalsinus-Operationen

Refluxerkrankung und Zwerchfellbruch (Hiatushernie)

Bei der Refluxerkrankung kommt es zu einem Rückfluss (Reflux) von aggressivem Magen- oder Zwölffingerdarminhalt in die Speiseröhre. In der westlichen Welt leiden bis zu 40% der Bevölkerung unter den Beschwerden der Refluxerkrankung. Der pathologische Rückfluss von Magen-/Zwölffingerdarminhalt basiert meistens auf einer gestörten Funktion des unteren Speiseröhrenmuskels (Sphinkterinsuffizienz). Weitere Ursachen sind:

  • eine gestörte Funktion der Speiseröhre
  • das Vorhandensein eines Zwerchfellbruchs
  • eine verzögerte Magenentleerung

Darüber hinaus fördern Übergewicht und falsche Ernährungsgewohnheiten die Entstehung der Refluxerkrankung.

Symptome

  • Sodbrennen
  • Saures Aufstoßen
  • Brennende oder stechende Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Oberbauchschmerzen
  • Hustenreiz
  • Heiserkeit

Das Sodbrennen und die Schmerzen hinter dem Brustbein sind besonders ausgeprägt beim Liegen und bei körperlicher Anstrengung.

Die Refluxerkrankung kann unbehandelt zu schwerwiegenden Veränderungen der Speiseröhre führen:

  • Speiseröhrenentzündung
  • Verengung der Speiseröhre (Stenose mit Schluckbeschwerden)
  • Schleimhautveränderungen der Speiseröhre (Barrett-Ösophagus)
  • Speiseröhrenkrebs

Diagnostik

Vor Beginn einer Therapie ist eine Speiseröhrenspiegelung (Endoskopie) obligat durchzuführen, um das Ausmaß der Schädigung festzustellen. Zusätzlich ist zur Bestimmung des Refluxausmaßes ist in der Regel eine 24-Stunden-Säuremessung der Speiseröhre (24h-ph-Metrie) erforderlich. Für diese ambulante Untersuchung wird dem Patienten für die Dauer von 24h eine dünne Sonde in die Speiseröhre eingelegt, die mit einem elektronischen Aufzeichnungsgerät verbunden ist. Darüber hinaus sollte eine Druckmessung der Speiseröhre (Manometrie) durchgeführt werden, um Motilitätsstörungen zu erfassen. Mit Hilfe einer Kontrast-Röntgenuntersuchung können Zwerchfellbrüche, Speiseröhrenengen und Ausstülpungen der Speiseröhrenwand (Divertikel) diagnostiziert werden. Diese Untersuchungen sind für das therapeutische Vorgehen sehr wichtig.

Therapie

Die Symptome der Refluxerkrankung können in vielen Fällen mit Säureblockern (Protonenpumpeninhibitoren) erfolgreich behandelt werden. Allerdings ist meist eine medikamentöse Dauertherapie erforderlich. Der insuffiziente Verschlussmechanismus des Übergangs von Speiseröhre zum Magen kann allerdings nur chirurgisch therapiert werden. Die Indikation zur chirurgischen Behandlung (laparoskopische Antirefluxoperation) besteht bei:

  • großen symptomatischen Zwerchfellbrüchen (Hiatushernie)
  • Auftreten von Nebenwirkungen der Säureblocker
  • Fortschreiten der Erkrankung trotz medikamentöser Dauertherapie
    über mindestens 1 Jahr

Operationsverfahren

Das Ziel der laparoskopischen Antirefluxoperation besteht in der Wiederherstellung des Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen. Hierfür wird der obere Magenanteil wie eine Manschette um die Speiseröhre gezogen und vernäht (Fundoplicatio). Ein gleichzeitig bestehender Zwerchfellbruch wird verschlossen (Hiatusplastik). Die Langzeitergebnisse zeigen eine effektive Refluxkontrolle bei etwa 90% der Patienten. Nur in Einzelfällen (bei Voroperationen im Oberbauch) kann die minimal-invasive Operationstechnik nicht angewandt werden.

Schilddrüsenerkrankungen

Struma oder gutartige (benigne) Knotenstruma / Kropfleiden

Die Vergrößerung der Schilddrüse wird unabhängig von der Ursache als Struma bezeichnet. Hauptursache für die Entstehung einer Struma ist die mangelnde Zufuhr von Jod mit der Nahrung. Deutschland ist daher Endemiegebiet für Strumaerkrankungen. Da Jod elementarer Bestandteil der von der Schilddrüse produzierten Hormone ist, versucht der Körper durch ein verstärktes Wachstum der Schilddrüse den Jodmangel auszugleichen. Die meisten Patienten mit einer gutartigen Schilddrüsenvergrößerung weisen normale Schilddrüsenhormonwerte auf (euthyreote Stoffwechsellage). Nur 15% zeigen eine Überfunktion, 10% eine Unterfunktion der Schilddrüse.

Verursacht eine Struma Beschwerden (Schluckstörungen, Heiserkeit, Kloßgefühl im Hals, Asymmetrie des Halses, Luftnot oder rasche Größenzunahme) oder ist nach Abschluss der Voruntersuchungen keine sichere Diagnose erbracht, so erfolgt eine Operation. Wird ein bösartiger Tumor nachgewiesen, so wird die Operation auf eine radikale onkologische Resektion (s.u.) erweitert. In den meisten Fällen können die knotigen Veränderungen begrenzt entfernt werden und eine komplette Entfernung der Schilddrüse wird nicht notwendig (Thyreoidektomie).

Operationsverfahren

  • Knotenstruma: Entfernung aller Knoten. Operation: Von sparsamer Entfernung einer Seite (subtotale Resektion) bis zur vollständigen Entfernung der Schilddrüse.


Weitere Schilddrüsenerkrankungen

Der Morbus Basedow
Eine Autoimmunerkrankung mit hormoneller Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) und den entsprechenden Symptomen. Eine Operation findet nur nach Versagen der konservativen Therapie statt. Das Schilddrüsengewebe wird bei dieser Operation einseitig auf unter 2 ml reduziert und auf der Gegenseite komplett entfernt.

Bösartige Schilddrüsenerkankungen
(Differenzierte Karzinome: follikuläres und papilläres Schilddrüsenkarzinom sowie medulläres und anaplastisches Schilddrüsenkarzinom)
Operation: vollständige Entfernung der gesamten Schilddrüse und der umgebenden Lymphknoten.

Gallensteine

Medizinische Fachausdrücke

  • Cholezystolithiasis bedeutet Gallensteine in der Gallenblase
  • Cholezystitis bedeutet Gallenblasenentzündung, die meist aufgrund einer chronischen Gallenblasensteinerkrankung entsteht
  • Choledocholithiasis bedeutet Gallensteine im Hauptausführungs-Gang der Gallenwege
  • Laparoskopische Cholezystektomie = Minimal-invasive Gallenblasen-Entfernung

Gallensteine sind Ablagerungen in der Gallenblase, die durch Ausfall von Bestandteilen der Lebergalle entstehen. Die Gallensteine bestehen aus Cholesterin, Bilirubin oder einer Kombination aus diesen beiden Substanzen. Sie lagern sich in der Gallenblase oder den abführenden Gallenwegen ab. Jenseits des 40. Lebensjahres tragen 32 % der Frauen und etwa 16 % der Männer Gallensteine. Treten bei einem Steinträger Beschwerden auf, so spricht man von einem symptomatischen Gallensteinleiden. Da über 90 % der einmal symptomatisch gewordenen Gallensteinleiden immer wieder Beschwerden verursachen werden ist für diese Patienten die Operation die Therapie der Wahl.

Operation

Die Gallenblase wird mit allen Steinen minimal-invasiv entfernt. Dies gelingt in ca. 98% der Fälle, nur bei unklarer Anatomie bzw. Tumorverdacht wird das „offene Verfahren“ (Bauchschnitt) angewandt.

Leistenbruch – Leistenhernie

Medizinische Fachausdrücke

  • Leistenhernie = Inguinalhernie = Leistenbruch
  • Skrotalhernie (nur beim Mann): Leistenbruch der bis in den Hodensack zieht
  • Schenkelhernie (in 75% bei Frauen) = Femoralhernie (s. unten)
  • Lichtenstein-Operation: Offene Bruchreparatur mit Kunststoffnetzimplantation
  • Shouldice-Operation: Offene Operationstechnik ohne Kunststoffnetz

Woran bemerken Patienten einen Leistenbruch?

  • Tastbare Vorwölbung in der Leiste, meist im Stehen größer
  • Ziehende Schmerzen in der Leiste, besonders bei körperlicher Anstrengung oder Treppensteigen.
  • Stark vergrößerter Hodensack beim Mann (Skrotalhernie)

Warum muss ein Leistenbruch immer operiert werden?
Jeder Leistenbruch muss operiert werden, da immer die Gefahr besteht, dass sich vorgewölbter Darm in der Bruchpforte einklemmt (Inkarzeration). Dies kann einen Darmverschluss zur Folge haben oder zum Absterben des betroffenen Darmabschnittes führen.

Operationsverfahren

  1. Die offene Operation nach Shouldice ohne Netzimplantation
    Diese Methode ist im wesentlichen eine Modifikation und Erweiterung der von Bassini 1890 publizierten Technik der Leistenhernienreparatur.
    Dabei wird über einen Hautschnitt im Bereich des Leistenbruchs der Bruch aufgesucht, der Bruchsack wird gegebenenfalls entfernt und in der Bauchhöhle versenkt. Durch spezielle Nähte wird dann die Bruchlücke verschlossen. Durch diese Nähte wird die Bauchwand an der Stelle des Leistenbruchs doppelt gelegt und somit verstärkt, damit hier kein neuer Leistenbruch auftreten kann (Shouldice-Plastik).
  2. Die offene Operation nach Lichtenstein mit Implantation eines Netzes
    Die Operation nach Lichtenstein ist zunächst identisch zur Shouldice-Plastik. Zusätzlich wird zur Verstärkung der bindegewebigen Muskelfasern jedoch ein Kunststoffnetz implantiert. Insbesondere bei Wiederauftreten eines Leistenbruches hat sich diese zusätzliche Verstärkung zur Vermeidung eines erneuten Bruches bewährt.
  3. Endoskopische Verfahren
    Es erfolgt eine Kunststoffnetzeinlage von der Innenseite des Bauchraumes hinter das Bauchfell (Transabdominelle präperitoneale Hernioplastik = TAPP).

Nabelbruch und Narbenbruch (Bauchwandhernien)

An beinahe jeder Stelle der Bauchwand kann es zu einem "Bruch" kommen. Dabei bricht der Darm oder das ihm vorgelagerte Fettgewebe durch Bindegewebeschichten und oder Muskelschichten. Bestimmte Regionen der Bauchwand sind hiervon besonders betroffen. Es sind Schwachstellen oder stark belastete Stellen, mechanistisch gesprochen "Sollbruchstellen".

Was ist ein Nabelbruch?
Im Bereich um den Bauchnabel aber auch entlang der senkrechten Mittellinie durch den Bauchnabel entstehen besonders häufig Bauchwandbrüche (Bauchwandhernien). Diese werden ebenso operiert wie die unten beschriebenen Narbenbrüche.

Was ist ein Narbenbruch?
Narbenbrüche entstehen an Schwachstellen in der Bauchwand im Bereich einer Operationsnarbe und treten in bis zu 10-15% der Fälle nach einer Operation auf. Insbesondere bei übergewichtigen Patienten oder im Falle einer Störung der Wundheilung nach einer vorausgegangenen Operation treten Narbenbrüche auf. Zu frühe, schwere körperliche Belastungen nach einer Operation erhöhen das Risiko eines Narbenbruches ebenfalls.

Operationsverfahren

  • Die Haut wird über dem Bruch eröffnet oder die Narbe wird ausgeschnitten. Der Darm wird aus dem Bruchsack gelöst und in die Bauchhöhle zurückgelegt. Die Bruchlücke wird durch übereinander vernähte Bindegewebsschichten verschlossen (Fasziendopplung nach Mayo). Dieses Verfahren gibt der Bauchdecke nach Verheilung mehr Stabilität.
  • Bei großen Bruchlücken oder ausgedünnten Bindegewebsschichten unter starker Spannung wird zur Verstärkung ein Kunststoffnetz unter der Bindegewebsnaht (sublay) fixiert. Dies kann auch zwischen (inlay) den Bindegewebsblättern oder über (onlay) der Bindegewebsnaht fixiert werden.

Fast-Track-Chirurgie – Schnelle Erholung, kürzerer Aufenthalt

Das Konzept der Fast-Track-Chirurgie bei Dickdarmeingriffen soll dem Patienten eine schnellere Genesung und einen kürzeren Aufenthalt in der Klinik ermöglichen. Hierzu ist die intensive Mitarbeit des Patienten schon am Operationsabend und den weiteren Tagen in der Klinik notwendig. Wir wenden in unserer Abteilung ein modifiziertes Fast-Track-Verfahren an, das Ihnen im Folgenden einen Überblick geben soll:

  • Der Patient darf noch 6 Std. vor der Operation essen und 2 Std. vor dem Eingriff klare Flüssigkeiten trinken.
  • Eine intensive Darmreinigung durch Abführmittel entfällt.
  • Die notwendige Diagnostik, die Aufklärung über den Eingriff, das Narkosegespräch erfolgen in der Regel ambulant.
  • Der Bauchschnitt (Laparotomie) erfolgt quer, von rechts nach links verlaufend und ist damit schmerzarmer. Beim minimal-invasiven Verfahren sind die Zugänge entsprechend kleiner und schmerzarmer.
  • Die Schmerztherapie wird über einen Rückenmarkskatheter durchgeführt und ist damit verträglicher.
  • Die Einlage von Magensonden, Blasenkatheter und ernährende Venenzugänge sind nicht notwendig.
  • Der Patient darf noch am Operationstag wieder trinken und etwas eiweißreiche Kost (Joghurt) zu sich nehmen. Wichtig ist das frühe Aufstehen aus dem Bett mit Sitzen im Stuhl, sowie einige Schritte auf dem Flur gehen.
  • Am nächsten Tag muss der Patient mehrere Stunden aus dem Bett sein und im Stuhl sitzen und gehen. Hierbei sind die Krankengymnasten behilflich.
  • Der Patient darf am ersten postoperativen Tag eine leichte Kost und Joghurt zu sich nehmen und sollte mindestens 1,5 l trinken.

In den weiteren Tagen wird die Ernährung angepasst und gesteigert. Der Patient läuft schon einige Treppen mit den Krankengymnasten. Bei Wohlbefinden und zufrieden stellender Darmfunktion, sowie bei reizlosen Wundverhältnissen kann eine Entlassung in der Regel nach einer Woche erfolgen. Die weitere Behandlung erfolgt ambulant.

Ambulante Operationen – nicht mehr als einen Tag im Krankenhaus

Ambulante Operationen bedeuten, dass Patienten sowohl die Nacht vor als auch die Nacht nach einer Operation zu Hause verbringen können. In der Regel erfolgen die notwendigen Untersuchungen (Blutentnahme, EKG etc.) und das Gespräch mit dem behandelnden Arzt "ambulant" am Tag vor der Operation.

Der kurze Aufenthalt bringt Vorteile für den Patienten und Kosten können deutlich reduziert werden.
Bedingung ist jedoch, dass die Operation sich eignet und bestimmte Voraussetzungen auf Seiten des Patienten erfüllt werden können, wie z. B. Mobilität und Anwesenheit einer verantwortlichen Person für den Heimtransport sowie zur Überwachung in den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff. Ob eine Operation unter ambulanten Voraussetzungen durchgeführt werden kann, ist in jedem Fall eine individuelle Arzt-Patienten-Entscheidung und lässt sich grundsätzlich nur im persönlichen Gespräch mit dem Arzt fällen.

Überzeugend ist die Zufriedenheit ambulant operierter Patienten: 97,8 Prozent der Befragten würden sich wieder ambulant operieren lassen!

Für eine ambulante Operation geeignete und bei uns durchgeführte Eingriffe sind

  • Port-Implantationen
  • Abszessspaltungen
  • Entfernung von Haut- und Weichteiltumoren
  • Leistenbruch-Operationen
  • Therapie von Hämorrhoiden und andere Enddarmerkrankungen (z. B. Fadeneinlage bei Fisteln)

Für Fragen steht Ihnen unser Sekretariat unter der Rufnummer (030) 3035-6440 bzw. Frau Dr. Oymann unter 3035-6407 jederzeit zur Verfügung.