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DRK Kliniken Berlin | Köpenick

Gynäkologisches Krebszentrum
Berlin Treptow-Köpenick
(Female Cancer Center Berlin)

Salvador- Allende-Straße 2-8
12559 Berlin
Wegbeschreibung

Tel.: (030) 3035 - 3326
Fax: (030) 3035 - 3307
E-Mail Kontakt 

Leiter

Chefarzt Dr. med. Rainer Wieth

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Informationen über Krebserkrankungen im Unterleib der Frau

Mögliche Symptome bei bösartigen Erkrankungen im Unterleib

  • Blutungen (neu aufgetreten)
  • Unklare Schmerzen
  • Zunahme des Bauchumfangs
  • Vaginalausfluss, andersartig
  • chronischer Juckreiz im Bereich des Genitale
  • Schwäche, Abgeschlagenheit, Gewichtsabnahme, Verschlechterung des Allgemeinzustands

Bösartige Unterleibserkrankungen der Frau

Endometrium-Karzinom/ Korpus-Karzinom (Krebs der Gebärmutterschleimhaut/ des Gebärmutterkörpers)
An einem Endometrium-Karzinom erkranken jährlich ca. 11.700 Frauen in Deutschland im Alter von durchschnittlich 68 Jahren. Anders als für die Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses gibt es für das Endometriumkarzinom keine gezielte Früherkennung im Rahmen des gesetzlichen Programms. Klassisches Symptom dieser Erkrankung sind neu aufgetretene Blutungen, v. a. nach den Wechseljahren.

Dieser Krebs geht von der Gebärmutterschleimhaut aus und kann sich bis zu den Eierstöcken, der Scheide und den angrenzenden Lymphknoten im kleinen Becken ausbreiten. Um die Ausbreitung des Krebses vor der Operation besser einschätzen zu können, wird mit bildgebenden Mitteln, wie Ultraschall und MRT (Magnetresonanz-tomograph) gearbeitet.

Therapie

In der Regel wird die Gebärmutter samt Haltestrukturen sowie die Eierstöcke mit Eileitern beidseits entnommen. Um die Ausbreitung des Krebses genau dokumentieren zu können, werden gegebenenfalls zusätzlich die Lymphknoten des kleinen Beckens entfernt.

Im Anschluss an die Operation wird nach Erhalt der definitiven Diagnose durch die Pathologen in einer interdisziplinären Tumorkonferenz die weitere für Sie bestmögliche Therapie festgelegt.

In der Regel wird postoperativ eine Strahlentherapie durch die kooperierenden Kollegen durchgeführt.

 

 

Ovarial-Karzinom (Eierstockkrebs)
An einem Ovarial-Karzinom erkranken ca. 9.000 Frauen pro Jahr in Deutschland; mittleres Erkrankungsalter 65 Jahre. Dieser Krebs wird häufig zu spät erkannt, da er sich zunächst in die freie Bauchhöhle ausbreiten kann und daher im Frühstadium selten Beschwerden verursacht. Derzeit gibt es noch keine „echte“ Früherkennung. Jedoch weiß man, dass das Risiko an einem Eierstockkrebs zu erkranken, mit dem Alter zunimmt. Daher wird in fortgeschrittenem Alter empfohlen, jährliche Kontrollen beim Frauenarzt durchzuführen. Wenn bei einer Ultraschall – Routineuntersuchung ein auffälliger Befund an den Eierstöcken diagnostiziert wird, sollte dieser weiter abgeklärt werden, auch wenn bis anhin noch keine Beschwerden aufgetreten sind.

Therapie
Um eine gutartige von einer bösartigen Veränderung zu unterscheiden, muss eine Gewebeprobe per Bauchspiegelung (siehe oben) entnommen werden. Bei großen Befunden oder möglicherweise bösartigen Tumoren muss eventuell eine zweite Operation in Betracht gezogen werden. In einigen Fällen kann schon während der Operation die Gewebsdiagnose durch den Pathologen gestellt werden –es wird ein so genannter „Schnellschnitt“ angefertigt, der dann über das weitere Vorgehen der Operation entscheidet.

In der Regel werden bei einembösartigem Tumor in den Eierstöcken, eine beidseitige Entfernung der Eierstöcke und Eileiter, eine Entfernung der Gebärmutter samt Haltestrukturen und eine Entfernung der Lymphknoten im kleinen Becken durchgeführt.

Um die Ausbreitung des Krebses vor der Operation besser einschätzen zu können, wird mit bildgebenden Mitteln, wie Ultraschall und MRT (Magnetresonanztomograph) gearbeitet.

Im Anschluss an die Operation wird nach Erhalt der definitiven Diagnose durch die Pathologen in einer interdisziplinären Tumorkonferenz die weitere für Sie bestmögliche Therapie festgelegt.

 

Cervix-Karzinom (Gebärmutterhalskrebs)
An einem Cervix-Karzinom erkranken pro Jahr ca. 6.200 Frauen in Deutschland. Der erste Anstieg liegt bei 35 Jahren, wobei dort häufig ein Krebs im Frühstadium erkannt wird, der geheilt werden kann. Einen zweiten Anstieg verzeichnet man ab dem 65. Lebensjahr mit meist fortgeschrittenen Erkrankungsstadien.

Gemäß dem deutschen gesetzlichen Früherkennungsprogramm hat jede Frau ab 20 Jahren einen Anspruch auf eine jährliche gynäkologische Untersuchung, in der unter anderem Abstriche vom Gebärmutterhals abgenommen werden, um veränderte Zellen, die zu einem Krebs führen könnten, frühzeitig zu erkennen.

Therapie
In den Frühstadien ist meist eine Konisation (siehe oben) ausreichend. Hat sich der Krebs bereits weiter ausgebreitet, bzw. angrenzende Organe befallen, ist eine Operation mit Entfernung der Gebärmutter samt ihrer Aufhängung im Bindegewebe, Entfernung des oberen Teils der Scheide und den Lymphknoten im kleinen Becken unumgänglich.

Befindet sich der Tumor im weit fortgeschrittenen Stadium, so dass eine Operation nicht sinnvoll ist, wird zunächst eine Strahlentherapie durchgeführt. Ziel ist, den Tumor zu reduzieren, um nach Abschluss der Bestrahlung unter besseren Bedingungen operieren zu können.

In der Regel folgt postoperativ eine Strahlentherapie, die durch die kooperierenden Kollegen erfolgt.

Nach der Operation wird nach Erhalt der definitiven Diagnose durch die Pathologen in einer interdisziplinären Tumorkonferenz die weitere für Sie bestmögliche Therapie festgelegt.

 

Vulva-Karzinom (Krebserkrankung des äußeren Genitals/Schamlippen)
Das Vulvakarzinom ist ein nur selten auftretender Krebs. Das Durchschnittsalter liegt bei 65 Jahren. Die Diagnose wird durch eine Gewebeprobeentnahme gestellt.

Therapie
Um den Krebs möglichst vollständig zu entfernen, müssen die äußeren Geschlechtsteile teilweise oder ganz entfernt werden. Zusätzlich werden die Lymphknoten in der Leistenregion und seltener die Lymphknoten im Bereich der Oberschenkel entfernt.

Um nicht bei allen Patientinnen die Lymphknoten entfernen zu müssen, wird während der Operation ein so genannter „Sentinel Lymphknoten“ (Wächterlymphknoten) in der Leistenregion entfernt. Dieser Lymphknoten gibt an, ob der Tumor bereits bösartige Zellen in die angrenzende Lymphregion zerstreut hat. Das Ergebnis dieser Untersuchung entscheidet dann über den weiteren Verlauf der Operation.

Bei gering ausgedehnten Befunden, kann ein kleinerer Eingriff mit anschließender Strahlentherapie ausreichend sein.

Im Anschluss an die Operation wird bei weiter fortgeschrittenen Stadien in der Regel eine kombinierte Strahlen-Chemotherapie durchgeführt.

Nach der Operation wird nach Erhalt der definitiven Diagnose durch die Pathologen in einer interdisziplinären Tumorkonferenz die weitere für Sie bestmögliche Therapie festgelegt.

 

Vaginal-Ca (Scheidenkrebs)
Das Vaginalkarzinom ist mit 1-2% ein seltener Tumor unter den gynäkologischen Krebserkrankungen. Das Erkrankungsalter liegt um das 60. –65. Lebensjahr.

Therapie
Die Therapie richtet sich nach dem Stadium bzw. Ausbreitungsgrad des Tumors. Zum Einsatz kommen Operation und/oder Bestrahlung sowie bei Bedarf eine Chemotherapie.

Nach der Operation wird nach Erhalt der definitiven Diagnose durch die Pathologen in einer interdisziplinären Tumorkonferenz die weitere für Sie bestmögliche Therapie festgelegt.

Nach der Operation

  • Kostaufbau (je nach Art des Eingriffes)
  • Dauerkatheter bis zur vollen Mobilisation
  • Mobilisation, bei Bedarf mit Physiotherapie
  • Liegezeiten: hängen ab von Operation, Mobilisation und Allgemeinzustand
  • Psychoonkologische Betreuung und Behandlung durch die Psychologin des Gynäkologischen Krebszentrums
  • Vermittlung des Kontaktes zu unseren Sozialarbeiterinnen, Selbsthilfe- und Sportgruppen
  • Vermittlung einer psychotherapeutischen Therapie in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen

Tumorkonferenz
In einem interdisziplinären Expertentreffen mit Gynäkologen, Radiologen, Pathologen, Strahlentherapeuten und Onkologen werden die feingeweblichen Befunde sowie die Ergebnisse der Staginguntersuchungen diskutiert und das weitere Therapiekonzept für die Patientin erarbeitet.

 

Bestrahlung (Radiatio)
wird durch die kooperierenden Radioonkologen durchgeführt

(Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie und Radioonkologie Helle-Mitte, Strahlenklinik der Charité Campus Mitte, Strahlenklinik des Vivantes Klinikums Neukölln)

Die Bestrahlung erfolgt bei Bedarf intravaginal oder äußerlich

 

Chemotherapie
Betreut werden die Patientinnen durch besonders ausgebildete Schwestern, die ärztlichen Kollegen und die Psychoonkologin, die die Patientin bereits während des stationären Aufenthaltes betreut haben. So besteht der Kontakt zwischen Arzt und Patientin auch nach Entlassung aus der stationären Behandlung fort.

Die Chemotherapie wird ambulant in unserem Hause durchgeführt. Bei dieser Therapie werden Medikamente (in die Vene oder auch in Tablettenform) verabreicht, die das Zellwachstum v. a. von bösartigen bzw. veränderten Zellen hemmen. Auftretende Nebenwirkungen während der Therapie werden mit Zusatzmedikamenten behandelt.

Wenn die Chemotherapie nicht in Tablettenform verabreicht werden kann, sondern als Infusion gegeben werden muss, wird ein so genanntes „Port-System“ direkt unter der Haut der Patienten angebracht. Dies ist ein spezielles kleines Gehäuse mit einem Kunststoffschlauch, der vom Port aus in die zentralen Venen führt. Dies erleichtert den Patienten sowie den Ärzten den Zugang zum Venensystem ohne jedes Mal einen neue Vene stechen zu müssen. Die Portanlage erfolgt ambulant durch unsere chirurgischen Kollegen.

 

Anti-Hormontherapie
Diese Therapie kommt bei gynäkologischen Unterleibserkrankungen nur selten zum Einsatz.

 

Komplementäre Medizin (ergänzend zur Schulmedizin)
Die komplementäre Medizin kann während einer schulmedizinischen Therapie ergänzend z.B. zur Reduktion der Nebenwirkungen von Chemo-, Hormon-, Immun- oder Strahlentherapie oder zur Verbesserung bzw. Erhaltung der Lebensqualität angewendet werden. Diese umfasst u. a. die Phytotherapie (im Speziellen die Misteltherapie), die Akupunktur, die Homöopathie, Ayurveda und Kräutertherapien.

Bei Bedarf können wir Sie an einen niedergelassenen ärztlichen Kollegen weiter vermitteln.

 

Schmerztherapie
Nach der Operation oder im weiteren Therapieverlauf wird bei auftretenden (chronischen) Schmerzen ein auf Sie abgestimmtes Therapiekonzept im Rahmen der Betreuung in unserem Zentrum entwickelt.

Bei fortgeschrittenen Krankheitsverläufen ist es sinnvoll, einen Palliativmediziner und „Home-Care-Arzt“ in die Behandlung einzubeziehen. Dieser Arzt ist in der Behandlung von Schmerzen, Ernährungsschwierigkeiten und Erschöpfungszuständen bei Schwerstkranken speziell ausgebildet und sucht Sie auch zu Hause auf.

 

Sozialdienst
Es besteht die Möglichkeit einer Anschlussheilbehandlung (Kur), über die Sie während des stationären Aufenthaltes durch unseren Sozialdienst informiert werden und Hilfestellung bei der Beantragung erhalten. Außerdem berät Sie unser Sozialdienst in allen sozialrechtlichen Fragen, z.B. zum Schwerbehindertengesetz oder zum Kündigungsschutz.

 

Psychoonkologische Betreuung
Die Zeit nach der medizinischen Behandlung ist für viele Betroffene durch die psychische Auseinandersetzung mit der Krebserkrankung geprägt. Hier bietet unser ambulantes psychoonkologisches Angebot eine Möglichkeit, sich im Gespräch mit der Erkrankung auseinanderzusetzen und diese zu bewältigen.

 

Onko-Forum
Unser Patientenseminar Onko-Forum richtet sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte, die sich weitergehend mit dem Thema Krebs auseinandersetzen möchten. Einmal monatlich finden Vorträge oder Workshops zu medizinisch-onkologischen oder psycho-onkologischen Themen statt. Die aktuellen Themen entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungsplan.

 

Nachsorge-Sprechstunde
Nach der abgeschlossenen Behandlung werden Sie sowohl von Ihrem niedergelassenen Frauenarzt als auch vom Gynäkologischen Krebszentrum weiterbetreut. Je nach individueller Erkrankung gibt es einen Nachsorgeplan, der mit Ihnen ausführlich besprochen wird. Manchmal treten nach abgeschlossener operativer oder systemischer Therapie Behandlungsfolgen wie Wechseljahresbeschwerden, Lymphödem, Nervenirritationen oder Erschöpfung auf, bei deren Bewältigung wir Sie ebenfalls unterstützen.

 

Selbsthilfegruppe
An unserem Gynäkologischen Krebszentrum befindet sich eine Selbsthilfegruppe für krebsbetroffene Frauen im Aufbau. In einer Selbsthilfegruppe können Sie Ihre Fragen und Probleme mit anderen Betroffenen besprechen, sich austauschen oder einfach nur zuhören. Durch das gemeinsame Schicksal fühlen sich viele Frauen ohne falsch verstandene Rücksichtnahme verstanden.

 

Entspannungskurs
Neben all den konfrontierenden Angeboten zur Verarbeitung einer Krebserkrankung ist auch das Zur-Ruhe-Kommen und Abschalten-Können von wichtiger Bedeutung. Viele Frauen leiden während und nach der Behandlung unter Schlafschwierigkeiten, Unruhe und Grübeleien. Eine Hilfsmöglichkeit stellt das Erlernen einer Entspannungstechnik dar. In einem Kurs mit mehreren Frauen können Sie an unserem Gynäkologischen Krebszentrum die Progressive Muskelentspannung erlernen – eine Entspannungstechnik, die Sie schon bald selbst anwenden. Der Kurs findet in unserem Entspannungsraum statt, der frei von jeglicher Information über Krebserkrankungen gehalten ist. Wir empfinden auch diese Rückzugsmöglichkeit als wichtigen Schritt in der Bewältigung der Krankheit.

 

Physiotherapie
Um allgemeine Operationsrisiken zu mindern, wird je nach Allgemeinzustand der Patientin postoperativ mit der Mobilisation begonnen. Bei Bedarf wird dies durch eine Physiotherapeutin unterstützt.

 

Studienteilnahme
Wir behandeln im Gynäkologischen Krebszentrum nach den neuesten Erkenntnissen der Forschung. In der Krebstherapie werden mit Hilfe von Studien neue Therapie- und Diagnosemöglichkeiten entwickelt, deren Ziel es ist, die Therapie der verschiedenen bösartigen Unterleibserkrankungen stetig zu verbessern. Wir sind darum bemüht, möglichst viele unserer Patientinnen in Studien einzubringen. Die Teilnahme an einer Studie ist jedoch freiwillig. Entscheidet sich eine Patientin gegen eine Studienteilnahme, entsteht ihr dadurch kein Nachteil. Welche Studienteilnahme für eine Patientin in Betracht kommt, hängt von der Gesamtheit der Befunde der einzelnen Frau ab und wird im Vorfeld ausführlich mit ihr besprochen. Nur durch die Durchführung von Studien ist es möglich, die Therapie der gynäkologischen Krebserkrankungen voranzubringen und für die Frauen auch in Zukunft eine optimale Therapie zu ermöglichen.