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DRK Kliniken Berlin | Köpenick

Deutsches Adipositaszentrum Berlin

Salvador- Allende- Straße 2-8
12559 Berlin
Wegbeschreibung

Tel.: (030) 3035 - 3316
Fax: (030) 3035 - 3328
E-Mail Kontakt

Chefarzt

Prof. Dr. med. Matthias Pross

Begriffsdefinition

Adipositas - Was ist das?
Die Adipositas, ein anderer Begriff für das Wort Übergewicht, ist definiert als eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung von Körperfett.

Was ist das "Normalmaß"?
Hierfür gibt es als Berechnungsgrundlage den sogenannten Body Mass Index oder kurz BMI (Körpermassenindex).

Er berechnet sich aus dem Quotienten von Gewicht und Körpergröße in Metern zum Quadrat (kg/m2). Anhand dieser Berechnungsgrundlage erfolgt die Einteilung Unter-, Normal- oder Übergewicht. Danach gilt ein BMI größer 25 kg/m2 als Übergewicht.

Berechung mit : www.bmi-rechner.net

Enstehung von krankhaftem Übergewicht

Wie entsteht die Adipositas?
Mit der täglichen Nahrung nimmt der Körper die Energie, die er verbraucht, auf. Ist die Menge der aufgenommenen und der verbrauchten Energie gleich, bleibt das Gewicht stabil. Nimmt man aber längerfristig mehr Energie mit der Nahrung auf, als der Körper braucht, dann nimmt man an Gewicht zu und es wird vermehrt Körperfett gebildet.


Wer ist betroffen?

Adipositas ist in den letzten Jahrzehnten immer weiter auf dem Vormarsch und betrifft eine immer größer werdende Anzahl von Menschen.
Bereits heute leiden in Deutschland 1-2% der Bevölkerung an extremer Adipositas (Body Mass Index > 35). Dieser Anteil wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Ein wichtiger Grund, zur Vermeidung bzw. Bekämpfung von Übergewicht sind die erheblichen gesundheitlichen Risiken, die mit ihr einhergehen.

Begleiterkrankungen

Warum ist es so wichtig die Entstehung von Übergewicht zu vermeiden bzw. gegen bereits bestehendes Übergewicht anzukämpfen?
Im folgenden sind nur einige gesundheitliche Komplikationen aufgezählt, die eng mit Adipositas in Zusammenhang stehen:

  • Herz- und Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit/Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall.
  • Fettstoffwechselstörungen; Störungen des Zuckerstoffwechsels bis hin zum Diabetes mellitus Typ II, Gicht, Hyperurikämie.
  • erhöhtes Krebsrisiko bei Frauen: z.B. Gebärmutter, Eierstöcke, Brust, Dickdarm  und bei    Männern Prostata-, Dickdarm-, Leber- und Gallenblasekrebs.
  • Hormonelle Störungen
  • Komplikationen der Lunge/Atmung: Ventilationsstörungen, Schlafapnoe-Syndrom
  • Magendarm-Erkrankungen: Gallensteine, -  Gallenblasenentzündung, Fettleber, Refluxkrankheit,
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates: Hüft-, Kniearthrose, Wirbelsäulensyndrome.
  • in der Schwangerschaft erhöhtes Komplikationsrisiko für Eklampsie (tonisch-klonische Krämpfe) und Schwangerschaftsdiabetes

Therapie der Adipositas

Wie behandeln?
Die wichtigste und erste Maßnahme zur Gewichtsreduktion ist und bleibt die Diät.

Eine Operation kommt erst in Frage, wenn sie und andere Methoden (z.B. Ernährungsberatung, begleitende psychologische Beratung) fehlschlagen und keinen Erfolg bringen.

Wichtigste Vorraussetzung für die Operation ist neben bestimmten medizinischen Vorraussetzungen der Wille und die Erkenntnis,  auch nach der Operation dauerhaft vor allem das Ess-Verhalten zu ändern.

Wann operieren?
Adipositaschirurgische Maßnahmen sollten in Betracht gezogen werden, wenn der BMI > 35 kg/m2 ist und gleichzeitig schwerwiegende Begleiterkrankungen vorliegen oder wenn der BMI > 40 kg/m2 ist. Gleichzeitig muss nachweisbar sein, dass konservative Behandlungsmaßnahmen nicht erfolgreich waren.
Zu diesen Maßnahmen gehören Therapieprogramme unter stationären und ambulanten Bedingungen, Rehabilitationsmaßnahmen, Selbsthilfegruppen oder eigenverantwortliche diätetische Maßnahmen unter ärztlicher Kontrolle.
Das Alter des Patienten sollte zwischen 18 und 65 Jahren liegen.
Bei Fragen zu diesem Thema können Sie uns gern kontaktieren.

Die praeoperative Behandlung und Evaluierung zur Operation wird interdisziplinär durchgeführt.
In der ambulanten Behandlungsphase ist der zentrale Behandlungspartner die Gemeinschaftspraxis Dr. Rosenthal.

Einen Überblick über die verschiedenen von uns angebotenen Operationsmethoden finden auf den folgenden Seiten.

Was passiert nach der Operation ?
Sie müssen wissen, dass nach eine Operation eine weitere interdisziplinäre Betreuung unbedingt erforderlich ist. In Abhängigkeit vom Operationsverfahren sind Kontrolluntersuchungen notwendig. Z. Bsp. muss das Magenband im postoperativen Verlauf verstellt werden.
Nach erfolgter Gewichtsabnahme können auch Operationen an der Bauchdecke (Entfernung der Fettschürze) notwendig werden.
Dies geschieht alles in Absprache mit Ihrem Behandlungspartner.

Operationsverfahren

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Verfahren der Operation.

Zum einen die restriktiven und die kombiniert restriktiven und malabsorptiven.
Die rein restriktiven Verfahren vermindern nur die Nahrungszufuhr.
Bei den kombinierten Verfahren wird zum einen die Nahrungszufuhr eingeschränkt, zum anderen ein Teil der natürlichen Darmpassage ausgeschaltet, so dass auch die Nahrungsaufnahme im Darm eingeschränkt ist. Sie stellen die aufwendigeren Operationen dar. Durch die Ausschaltung von Darmabschnitten wird häufig langfristig die Einnahme von Präparaten zur Nahrungsergänzung notwendig (z.B. Vitamine). Wir operieren diese Verfahren in  minimalinvasiver Technik (laparoskopisch, "Schlüssellochchirurgie"), wenn keine Kontraindikationen vorhanden sind.

Restriktive Verfahren

  • Magenballon
  • Magenband
  • Schlauchmagen (sleeve gastrectomie)

Kombinierte restriktiv-malabsorptive Verfahren

  • Magenbypass
  • Biliopankreatische Diversion mit Doudenalswitch

Magenballon (Bioenterics Intragastrisches Ballonsystem - BIB)

Magenballon 01

Das BIB-System kann ohne Operation in den Magen eingebracht werden. Es besteht aus einem dehnbaren Ballon, der mittels Endoskopie in den Magen eingebracht wird und dann dort mit Kochsalzlösung aufgefüllt wird. Es schwimmt danach frei im Magen.

Wie funktioniert der Magenballon?    
Wenn der Ballon im Magen entfaltet ist, simuliert er eine Füllung des Magens und so wird ein Sättigungsgefühl erzeugt. Man hat also weniger Hunger. Da es ein restriktives Verfahren ist, kann es nur erfolgreich sein, wenn gleichzeitig eine strikte Diät einhergeht. Es ist also unumgänglich, auch das Ess- und Bewegungsverhalten umzustellen. Das System sollte nicht länger als 6 - 8 Monate im Magen verbleiben. Sollte eine längere Anwendung erfolgen, kann man es aber problemlos durch ein neues ersetzen. Entfernt wird der Ballon ebenfalls mittels Endoskopie. Zuerst wird die Flüssigkeit abgelassen, dann wird der Ballon wieder entfernt.

Magenband (gastric banding)

Magenband gastric banding

Über Bauchspiegelung wird ein Band um den oberen Teil des Magens gelegt, welches nur geringe Mengen breiiger Speisen durchlässt. Der Patient / die Patientin werden gezwungen gut zu kauen und verspüren früh ein Sättigungsgefühl. Bei guter Mitarbeit der Patienten können bis über 50% des Übergewichtes nach einem Jahr abgenommen werden.

Wie funktioniert das Magenband?
Das Magenband ist aus weichem Silikon mit einem elastischen Gefäß, welches - je nach Patient- durch eine Injektion aufgefüllt wird. Das Band wird um den oberen Teil des Magens gelegt, so dass der Magen in zwei Teile aufgeteilt wird, einen kleinen Teil oberhalb des Bandes mit etwa 25 ml Inhalt und dem Rest unterhalb des Bandes. Diese beiden Teile sind durch eine kleine Öffnung unter dem Band miteinander verbunden. Diese Verbindung wird Stoma genannt. An dem Band ist ein kleiner Schlauch angebracht, der mit seinem Ausgang in ein Injektionsreservoir mündet. Dieses Reservoir wird im geraden Bauchmuskel implantiert und ist auf dem Röntgenbild sichtbar. Durch eine Injektion in das Reservoir kann der Chirurg durch Hinzufügen oder Entfernen von Flüssigkeit im elastischen Teil des Bandes das Stoma vergrößern oder verkleinern.

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Schlauchmagen Sleeve gastrectomy

Schlauchmagen (sleeve gastrectomie)

Bei dieser Operation wird ein größerer Anteil des Magens entfernt. Übrig bleibt ein etwa drei cm dicker Schlauchmagen. Es kommt zu einer erheblichen, dauerhaften Verringerung des Füllungsvolumens. Das bedeutet, dass ein Sättigungsgefühl entsteht, auch wenn nur geringe Nahrungsmengen aufgenommen werden. Das "Hungerhormon" Ghrelin wird ebenso vermindert ausgeschüttet, so dass sich auch weniger "Hungergefühl" bei Patienten mit Schlauchmagen zeigt. Nach der Operation müssen die Patienten lebenslang mit Vitamin B12 zusätzlich versorgt werden.

Magenbypass

Magenbypass

Manche Patienten nehmen trotz Anlage eines Magenbandes (gastric banding) und dem damit verbundenen Zwang zum Essen kleinerer Portionen nur ungenügend ab. Grund dafür kann die Aufnahme von Süßigkeiten in flüssiger Form (z.B. Limonaden) sein. In den USA wird deshalb mittlerweile der Magenbypass favorisiert. Bei diesem operativen Verfahren wird funktionell der Dünndarm verkürzt, indem eine Trennung vom Zwölfingerdarm vorgenommen wird. Anschließend wird dieser Dünndarmanteil mit einem künstlich angelegten kleinen "Vormagen" verbunden und Zwölfingerdarmrest und Dünndarm erneut verbunden. Wie bei der Schlauchmagen-Operation (sleeve gastrectomie) müssen auch beim Bypass die Patienten lebenslang mit Vitaminen und Spurenelementen zusätzlich versorgt werden.

Biliopankreatische Diversion mit Duodenalswitch

Biliopankreatische Diversion 02
Biliopankreatische Diversion

Das Prinzip dieser Operation beruht auf zwei Säulen: Einer Verringerrung der Nahrungszufuhr durch Bildung eines Schlauchmagens und zusätzlich einer Mangelverdauung. Es ist also ein Kombinationsverfahren mit biliopankreatischer Diversion (Umleitung der Verdauungssäfte über eine lange Strecke) sowie Magenverkleinerung durch eine Teilentfernung des Magens. Der "Magenpförtner" - also der Ausgang- bleibt erhalten. Der dann gebildete gemeinsame Verdauungskanal ist nur etwa 50 bis 100 cm lang und die Nahrung wird  erst verspätet mit den Verdauungssäften (Galle und Bauchspeicheldrüsensekret)  vermengt. Dadurch wird die Verdauung und Aufnahme hochkalorischer Nahrungsmittel wie Fett und Kohlenhydrate verringert.

Studien und Qualitätskontrolle in der operativen Therapie der Adipositas

Unsere Klinik nimmt an der Qualitätssicherungsstudie der operativen Therapie der Adipositas teil.
Ziel dieser Studie ist es, den aktuellen Stand  der bariatrischen Chirurgie  in Deutschland zu erfassen sowie flächendeckende Daten bezüglich der Indikationsstellung und des Durchführung bariatrisch-chirurgischer Eingriffe zu sammeln, da es bis dato in Deutschland noch keine prospektive Datenerfassung zur Adipositaschirurgie gibt.

Die Studienleitung und -organisation erfolgt über das Departement für Allgemein- und Viszeralchirurgie des SRH Waldklinikums Gera.

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